"Cichlasoma" nourissati

(Allgayer, 1989)

 

 

Namenserklärung

Im Herbst 1989 veröffentlichte die französische Cichlidenvereinigung AFC eine Arbeit von Robert Allgayer

über eine neue Theraps-Art aus Mexiko. Der Autor benannte die Tiere zu Ehren des damaligen Vereinspräsidenten Jean-Claude Nourissat, dem Fänger der ersten Tiere.

Bereits in dieser Arbeit merkte Allgayer jedoch an, dass die beschriebenen Exemplare nicht dem Längen-Höhenverhältnis der sonstigen Theraps entsprächen. Auch die Kieferbezahnung zeige Abweichungen. Deshalb wurde die Art später wieder in die Sammelgattung „Cichlasoma“ gestellt.

 

Verbreitung

„C.“ nourissati kommt  in Südmexiko und Guatemala im Einzugsgebiet des oberen Rio Usumacinta vor.

Von den Einheimischen wird er u.a. „panza negra“ genannt, was soviel wie schwarzer Bauch bedeutet und sich auf die Brutpflegefärbung derTiere bezieht.

 

Färbung

In neutraler Stimmung zeigen die Tiere auf beige-gelben Untergrund eine unregelmäßige schwarz-braune Zone, die bereits nach der Brustflosse beginnt, sich zur Körpermitte hin vergrößert und dann in einem schmalen Band im Schwanzwurzelfleck endet. Sowohl die Kiemendeckel als auch die unpaaren Flossen besitzen blaue Glanzpunkte. Der hintere Kopfbereich ist rosafarben. Bei aggressiv gestimmten Tieren oder während der Brutpflege, hellt der gesamte Körper auf und schwarze Querbinden treten hervor. Dazu verdunkelt sich der untere Kopf- und Bauchbereich.

 

Geschlechtsunterschiede

Die bulligeren Männchen werden bis zu 30 Zentimeter lang, sind intensiver gefärbt und können im Alter einen deutlichen Stirnhöcker entwickeln. Auch die Rücken- und Afterflosse ist bei ihnen deutlich länger ausgezogen.

Die schlankeren Weibchen hingegen sind mit einerGesamtlänge um 20 Zentimeter ausgewachsen und zeigen je nach Stimmung einen schwarz-blau verwaschenen Fleck im hartstrahligen Bereich der Rückenflosse. Ein weiteres Merkmal ist die geringere Anzahl der silbrig-blauen Glanzpunkte auf dem hinteren Körperdrittel.

 

Pflege

Jungtiere sollten aufgrund ihrer Scheuheit in Gruppen oder mit friedlichen Schwarmfischen gehalten werden.

Darüber hinaus fühlen sich die Tiere bei gemäßigten Lichtverhältnissen, ausreichend Versteckmöglichkeiten und geringerer Strömung deutlich wohler. Kommt es zur Geschlechtsreife nimmt die innerartliche Aggressivität zu.

Bei der Auswahl des Laichplatzes scheint „C.“ nourissati nicht sehr wählerisch zu sein. Es kommen praktisch alle bodennahen Möglichkeiten in Betracht. Eingeleitet durch tagelanges Graben und Säubern des auserkorenen Substrates beginnt der Laichakt, bei dem Gelege mit über 500 Eier entstehen. Bei der weiteren Brutpflege beteiligen sich beide Elterntiere.

Hinsichtlich der Wasserparameter stellt „C.“ nourissati weniger Ansprüche, Temperaturen um 25°C, großzügige Filterung und wöchentliche Teilwasserwechsel vorausgesetzt.

 

Fütterung

Das leicht unterständige Maul mit seinen wulstigen Lippen verrät es bereits:  „C.“ nourissati findet den Hauptteil seiner Nahrung am und im Bodengrund. Deshalb stehen auf dem Speiseplan Bachflohkrebse, Mysis, Muscheln, etc.. Aber auch Grünkost und Trockenfutter wird nicht verschmäht.

 

Verfasser: Christian Hofer, D87 5338